Sport in Deutschland – Integration mit Tradition

Nicht erst seit Turnvater Jahn ist der Sport in der deutschen Gesellschaft verankert. Sportliche Wettkämpfe datieren zurück bis zu den Ritterwettkämpfen des Mittelalters, ja bis in die griechische Antike, in der mit den ersten Gymnasien, den Akademien für die sportliche Betätigung, die Grundlage des regulären Sportbetriebs geschaffen wurde.

Doch erst seit dem 19. Jahrhundert begannen sich die sportlich Interessierten auch in Vereinen zu organisieren. Hier verbanden sich verschiedene Ideale, von Liberalismus bis zu gemeinem Wettkampfstreben, zu einem dichten Zusammengehörigkeitsgefühl, das durch die Gründung gemeinsamer Sportvereine zum Ausdruck gebracht und untermauert wurde.

Der Amateur- und Breitensport ist aus dem Alltagsleben in der deutschen Gesellschaft kaum wegzudenken.

Er durchdringt alle Gesellschaftsschichten und begeistert Jung und Alt. Viele Menschen in Deutschland sind Mitglied in einem Sportverein – genau genommen mehr als 23 Millionen – und besuchen mehrmals in der Woche die Angebote, die der Verein zur Verfügung stellt. Der institutionalisierte Breitensport ist längst zu einem Bestandteil der deutschen Kultur geworden.

Der Sport hat nicht nur die Möglichkeit Grenzen zu sprengen

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Sport eine integrative, ja völkerverbindende Funktion hat. Wer sich gemeinsam in einer Sportart formiert, entwickelt ein Zugehörigkeitsgefühl, das nationale, kulturelle oder ideologische Grenzen überbrücken und Toleranz erleichtern kann. Ebenso legt sich dieses Bewusstsein mit der Zeit im langfristigen Umgang miteinander nieder. Treibt man miteinander Sport, egal ob zusammen oder als Gegner, ist man durch ein gemeinsames Interesse verbunden und kann über andere Differenzen besser hinwegsehen. Oftmals resultiert diese Erkenntnis auch in einer Erweiterung des Horizontes, auch hierin ist die integrative Wirkung von Sportarten begründet.

Zusätzlich zur äußeren gesellschaftlichen Wichtigkeit des Sports existiert auf unterer Ebene auch eine andere Bedeutung dessen. Sporttreibende aller Sportarten können durch körperliche Bewegung Frustrationen abbauen und Erfolgserlebnisse erfahren. Auf diese Weise können sie ihre seelische Verfassung regulieren und gehen gestärkt in den gesellschaftlichen Alltag. Darüber hinaus hat der Sport in Deutschland natürlich auch eine gesundheitliche Komponente.

Im Moment der Spannung, der Ekstase, des Triumphes verständigt man sich schier ohne Worte und erlebt einen gemeinsamen Moment der Euphorie.

Heutzutage ist die tägliche Bewegung im Vergleich zu vorigen Jahrhunderten wesentlich spärlicher gesät. Die bevorzugte Position, die man im Alltag einnimmt, ist nunmehr das Sitzen. Der Sport gleicht diesen Missstand durch künstliche Bewegungserzeugnis aus und trägt zur Bewahrung der Gesundheit bei. Gesunde Menschen sind leistungsfähiger, belastbarer und motivierter im Alltag. Der Sport trägt dazu bei, dass die Menschen in Deutschland nicht abschlaffen und sich dem Müßiggang hingeben.

Amateur- und Breitensport hat also nicht nur einen greifbaren integrativen Effekt, er sorgt auch für eine Entlastung der Individuen in psychischen Belangen und steigert die allgemeine Gesundheit der Bevölkerung. Doch wie finanzieren wir das Ausleben unserer sportlichen Aktivitäten?

Haben wir wirklich alle Konzepte der Sportförderung abgegrast?

Sport und Kultur werden vom Staat aktiv gefördert und sind erwünscht, denn seit langem ist das Wissen um die positive Sendung des Sportes in der Politik und Gesellschaft etabliert. Dementsprechend wohlwollend stehen die Länder und Kommunen der Verflechtung und Verbesserung ihrer Sportvereine gegenüber und begünstigen diese durch Sportförderungen wie Zuschüsse, Darlehen und Vorteile in Rechtsfragen.

Diese Interaktion zwischen Politik und Sport hält für beide Seiten Vorteile bereit. Die Vereine und Sportarten können wachsen und einen größeren Markt erobern, während Städte und Kommunen von der Kanalisierung der Kräfte und einer dramatisch verbesserten nationalen und internationalen Aufmerksamkeit und Integration profitieren.

Sportförderung ist dementsprechend von unschätzbarem Wert für die Gesellschaft.

Die Politik alleine ist jedoch nicht in der Lage, all die Sportvereine und Projekte gänzlich zu finanzieren. Und auch der, in den meisten Fällen, obligatorische Mitgliedsbeitrag der Sportvereine reicht oftmals nicht aus um einen vernünftigen Sportbetrieb aufrecht zu erhalten. Also werden Vereine kreativ, suchen Sponsoren und veranstalten Sportfeste um zusätzliche Gelder zu akquirieren. Das hilft ungemein, schöpft jedoch bei weitem nicht alle potentiellen Möglichkeiten der Sportfinanzierung aus die unsere Gesellschaft, unsere sportliche Gemeinschaft und die neuen Medien zu unterstützen vermögen.

Daran glauben wir, und was meint ihr?

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