Einen Verein gründen – so geht’s

Kaum ein anderes gemeinschaftliches Gefüge steht so für soziales Bewusstsein, Gemeinschaftsgefühl und Zusammenhalt wie der Sportverein. Sportvereine und der Sport im Allgemeinen leisten vor allem in der Jugendarbeit einen wertvollen Beitrag und sind deshalb der Stolz vieler Ortschaften und Gemeinden. Doch einen eigenen Sportverein zu gründen bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen. Verwaltungsrechtliche und finanzielle Aufgaben sind wichtiger Bestandteil der Vereinsarbeit und sind nötige Grundlage, damit der Verein dauerhaft erfolgreich sein kann. In diesem Artikel zeigen wir euch, wie auch ihr euren eigenen Sportverein gründen könnt.

Sieben Freunde sollt‘ ihr sein – Der Verein
Der Verein ist, ganz allgemein definiert, ein Zusammenschluss von mehreren Personen, die in organisierter Form dasselbe Ziel verfolgen. Das tun sie freiwillig, dauerhaft und ohne selbst an oder mit dem Verein Geld zu verdienen. Vereine gibt es deutschlandweit in nahezu allen gesellschaftlichen Lebensbereichen.

Vereine gibt es deutschlandweit in nahezu allen gesellschaftlichen Lebensbereichen.

Ebenso beliebt wie zahlreich vertreten ist der Sportverein, beispielsweise für den Breitensport. Als Breitensport werden sämtliche sportlichen Aktivitäten zur körperlichen Ertüchtigung und Fitness bezeichnet. Breiten- beziehungsweise Freizeitsport wird ausschließlich in der freien Zeit, also außerhalb der Berufstätigkeit morgens und abends an Werktagen sowie am Wochenende, wie es genannt wird, betrieben. Darin liegt einer der wesentlichen Unterschiede zum Wettkampf- sowie zum Leistungssport.

Weiterhin wird in den organisierten sowie in den nichtorganisierten Sport unterschieden. Hobbyläufer, Jogger oder Radfahrer, die sich hin und wieder für gemeinsame Breitensportstunden treffen, tun das ohne jede Organisationsstruktur. Man trifft sich, läuft oder radelt, setzt sich anschließend zu einem Drink zusammen und trennt sich wieder. Alles geschieht auf eigene Kosten und in eigener Verantwortung. Nichts außer der lockeren Absprache, sich zu treffen, ist organisiert oder strukturiert.

Der Verein ist im Anschluss an die Gründung eine eigene juristische Person des privaten Rechts mit den dazugehörigen Rechten und Pflichten.

Wenn in Deutschland vom organisierten Sport gesprochen wird, dann ist damit der Sportverein gemeint. Er ist ein e.V., ein eingetragener Verein. Eingetragen wird der Sportverein in das Vereinsregister desjenigen Amtsgerichts, in dessen Bezirk der Verein seinen Geschäftssitz hat. Das ist beim ehrenamtlich geführten Verein der Wohnsitz eines der Vorstandsmitglieder gemäß § 26 BGB. Zur Gründung des Vereins sind mindestens sieben Personen erforderlich. Um ihn zu gründen, treffen sie sich zu einer Gründungsversammlung und beschließen die Vereinsgründung als solche. Das klingt zunächst einerseits hölzern und andererseits logisch, ist jedoch auch mit einigem Aufwand verbunden. Denn der Verein ist im Anschluss an die Gründung eine eigene juristische Person des privaten Rechts mit den dazugehörigen Rechten und Pflichten. Die beginnen im Grunde genommen in dem Moment, in dem sich sieben Freunde darin einig sind, ihr gemeinsames Sporthobby auf organisierte Beine zu stellen. In den folgenden Abschnitten wird ebenso ausführlich wie anschaulich dargestellt, was bei einem Verein gründen alles zu berücksichtigen ist.

Vereinssatzung als Rechtsgrundlage
Zur Organisation des Vereinssports wird als Rechtsgrundlage eine Vereinssatzung benötigt. Das ist einer der wesentlichen Unterschiede zum nichtorganisierten Sporttreiben „just for fun“. Damit der Verein in das Vereinsregister eingetragen werden kann, müssen mehrere formale Voraussetzungen erfüllt sein, und eine von ihnen ist die Satzung. Am Ende dieser Ausführungen zur Vereinsgründung sind die wesentlichen Inhalte aufgelistet, die zwingend für eine Sportvereinssatzung vorgegeben sind. Den Vereinsgründern muss bewusst sein, dass ohne die richtige, passende Satzung der Verein weder vom Vereinsregister noch vom örtlichen Finanzamt als rechtsfähiger e.V. anerkannt wird. Darüber hinaus ist die Vereinssatzung eine Voraussetzung dafür, um in dem jeweiligen LSB, dem Landessportbund ein ordentliches Mitglied zu werden. Damit ist gleichzeitig auch die Zugehörigkeit zu der örtlichen Organisation, dem Stadt- beziehungsweise Kreissportbund verbunden.

Schon bei der Gründung des Vereins muss an seine Auflösung gedacht werden.

In einem der ersten zwei, drei Paragraphen der Satzung wird der Vereinszweck definiert. In diesem Falle handelt es sich um das „Betreiben von Breiten- & Freizeitsport“ im engeren und weiteren Sinne. Beides bezieht sich als übergreifender Begriff auf alle Sportarten und viele ihrer Disziplinen; beispielsweise auf die Leichtathletik mit Laufen, Werfen, Springen und Kugelstoßen, oder auf Wassersport mit Schwimmen Brust und Rücken, über verschiedene Distanzen bis hin zu Wasserball. Beispielhaft können in der Satzung einige Sportarten genannt werden mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass deren Aufzählung nicht abschließend, und dass eine jederzeitige Änderung mit Ergänzung und Streichung möglich ist. Schon bei der Gründung des Vereins muss an seine Auflösung gedacht werden.

Im letzten Paragraphen der Satzung wird üblicherweise festgelegt, wer bei der Vereinsauflösung das Vereinsvermögen erhält. Üblicherweise ist das eine der übergeordneten Organisationen wie der Kreis- oder der Stadtsportbund.

Gründung des Breitensportvereins als Gründungsakt
Wenn die Satzung soweit steht, dann kann der Verein formell gegründet werden. Das geschieht in der Gründungsversammlung, an der all diejenigen teilnehmen, die den Verein gründen wollen. Sie sind als spätere Vereinsangehörige die Gründungsmitglieder. Nach § 56 BGB, des Bürgerlichen Gesetzbuches sind dazu mindestens sieben Personen notwendig. Die Vereinsneugründung wird im Gründungsprotokoll schriftlich in ein, zwei Sätzen fixiert. Entscheidend ist, dass alle Gründungsmitglieder das Gründungsprotokoll eigenhändig unterschreiben. Bestenfalls sollten sie auch die Vereinssatzung unterzeichnen, die dem Gründungsprotokoll als Anlage beigefügt wird. Das sollte direkt in Gegenwart eines Notars geschehen, der die Unterschriften aller Gründungsmitglieder beglaubigen muss.

Von der Originalausfertigung dieser beiden Dokumente sollten sofort Kopien notariell beurkundet oder zumindest beglaubigt werden. Sie werden zur Vorlage bei Behörden, Ämtern und Organisationen benötigt, mit denen der Verein als e.V. nun zu korrespondieren beginnt. In der Gründungsversammlung muss auch beschlossen werden, welches der Gründungsmitglieder welche Vorstandsfunktion gemäß der Vereinssatzung wahrnimmt. Zu denen gehören der Vorsitzende nebst ein oder zwei Stellvertretern, der Geschäftsführer, ein Kassenwart, der Breitensportwart sowie der Pressewart. Auch diese Aufgabenverteilung gehört in das Gründungsprotokoll. Nun ist der Verein rechtsfähig, aber noch nicht eingetragen. Dennoch ist es gängige Praxis, dass der neue Breitensportverein ab sofort unter seinem Vereinsnamen mit dem Zusatz e.V. nach außen hin auftritt.

Vereinsregister und Vereinskonto
Zur rechtmäßigen Anerkennung muss der Verein als nächstes, wie es heißt, beim Amtsgericht eingetragen werden. Der Antrag dazu ist ein formloses Anschreiben, dem das Gründungsprotokoll sowie die in der Gründungsversammlung beschlossene Vereinssatzung beigefügt werden. Darüber hinaus wird im Vereinsregister der Vereinsvorstand nach § 26 BGB namentlich eingetragen. Das sind diejenigen zwei, drei oder vier Vorstandsmitglieder, die den Verein mit Wirkung nach außen hin allein, gemeinschaftlich, zu zweit, zu dritt oder zu viert vertreten. Diese Zeichnungsbefugnis muss genau definiert werden und wird so im Vereinsregister hinterlegt. Sie ist auch eine wichtige Grundlage zur Eröffnung des Vereinskontos, für die zukünftige Kontoverfügung, sowie für Vertragsunterzeichnungen mit Sponsoren und anderen Firmen.

Das Vereinskonto ist ein Girokonto, das am besten bei einer örtlichen Bank oder Sparkasse geführt wird. Eine Direktbank oder Onlinebank ist deswegen eher ungeeignet, weil sich im Laufe des Vereinslebens und des Vereinsgeschehens vielfältige Vorgänge, Fragen und Probleme ergeben, die über das weitgehend automatisierte Onlinebanking deutlich hinausgehen. Der Vereinsvorstand braucht einen festen, persönlichen Ansprechpartner im Alltag. Hier gilt der Grundsatz, dass die Wege möglichst kurz und direkt sein müssen. Auch für die Eröffnung des Vereinskontos werden Gründungsprotokoll, Vereinssatzung und die beschlossene Vertretungsbefugnis nach§ 26 BGB zwingend benötigt.

Anerkennung der Gemeinnützigkeit beim Finanzamt
Jetzt kommt der zunächst letzte und gleichzeitig wichtigste Schritt; die Anerkennung der Gemeinnützigkeit des e.V. durch das örtlich zuständige Betriebsfinanzamt. Die kann zeitgleich zu dem Antrag auf Eintragung in das Vereinsregister beantragt werden. Erfahrungsgemäß wird sie jedoch erst dann erteilt, wenn der Verein rechtmäßig eingetragen ist.

Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit ist nach der AO, der Abgabenordnung für die finanzielle Zukunft des Breitensportvereins von großer Bedeutung.

Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit ist nach der Abgabenordnung für die finanzielle Zukunft des Breitensportvereins von großer Bedeutung. Er ist zukünftig von der Körperschaftssteuer, also von der Einkommensteuer für juristische Personen befreit. Darüber hinaus kann der gemeinnützige Verein Spendenquittungen ausstellen, die der Spender seinerseits steuerlich geltend, das heißt von seiner Einkommen- beziehungsweise Körperschaftssteuer absetzen kann.

E.V. und Gemeinnützigkeit hängen im Sport unmittelbar zusammen, sie sind fast ein Junktim. Der Antrag an das Finanzamt ist ein formloses Schreiben, vergleichbar mit dem an das Vereinsregister. Beigefügt werden ebenfalls Gründungsprotokoll nebst Vereinssatzung, zusätzlich noch Unterlagen über die Eröffnung des Vereinskontos und, soweit schon vorhanden, der Auszug aus dem Vereinsregister über die Eintragung des Breitensportvereins beim dortigen Amtsgericht. Das Finanzamt erkennt die Gemeinnützigkeit für einen begrenzten Zeitraum von ein, zwei oder drei Jahren durch die Erteilung eines „Freistellungsbescheides“ an. Er beinhaltet die Befreiung des Vereins von der Pflicht zur Zahlung von Körperschafts- und von Gewerbesteuer.

Vereinsfinanzierung mit Beiträgen und Sponsoring
Zur Deckung und Finanzierung der Vereinsausgaben werden Einnahmen benötigt. Sicher und kalkulierbar sind die Beiträge der Vereinsmitglieder. Die Beitragshöhe wird in der Jahresmitgliederversammlung beschlossen, erstmals in der Gründungsversammlung. Wenngleich der gemeinnützige e.V. keine Gewinne erzielen darf, so hat er dennoch das Recht und auch die Pflicht, Überschüsse zu erzielen, die für Vereinszwecke verwendet werden. Der Verein kann also ohne Weiteres auch in guten Zeiten eine Rücklage für schlechtere Zeiten bilden. Vielfach reichen jedoch die Beitragseinnahmen nicht aus, um die laufenden Vereinsausgaben zu finanzieren. So liegt es in der Natur der Sache, dass sich auch der Breitensportverein nach weiteren Geldquellen und Einnahmemöglichkeiten umschaut, geradezu umschauen muss. An dieser Stelle kommt das Sponsoring ins Spiel.

So liegt es in der Natur der Sache, dass sich auch der Breitensportverein nach weiteren Geldquellen und Einnahmemöglichkeiten umschaut, geradezu umschauen muss.

Der Verein verkörpert als solcher sowie mit dem, was er hat, was er bietet und was er leistet, einen für die freie Wirtschaft pekuniären Werbewert. Unternehmen zahlen dem Verein Geld dafür, dass sie mit ihm und für ihn werben. Das kann sich sowohl auf den Verein selbst als auch auf seine Mitglieder oder auf seine Events beziehen. Der Breitensportverein ist, wie es genannt wird, mit seinen Aktivitäten für die Industrie interessant. Firmen und Unternehmen haben die Aufgabe, ihren Umsatz und Gewinn zu steigern. Der Verein hilft dabei durch den Kauf von Waren und Produkten, oder durch die Organisation von Veranstaltungen, auf denen die Unternehmen ihrerseits aktiv werden können. Sie präsentieren sich, sie machen sich bekannt, sie verschenken kleine Präsente, verteilen kostenlose Kostproben für Speisen & Getränke, und vieles mehr. Immer und überall ist entscheidend, dass zwischen Breitensportverein und dem Unternehmen eine Wechselwirkung hergestellt wird, von der die Firma kurz-, mittel- oder auch langfristig einen finanziellen Vorteil hat, oder ihn sich verspricht. Dieser Wechsel ist ein „Leistungsaustausch“, der zwischen gewerblichen Unternehmen steuerpflichtig ist. Da der Verein jedoch gemeinnützig, also von der Steuerpflicht befreit ist, braucht er die Einnahmen seines Sponsors nicht zu versteuern. Bestenfalls kann der Breitensportverein dem Sponsor eine Spendenquittung ausstellen, die der seinerseits steuerlich geltend machen kann. Hier sind Fachleute im Vereinsrecht wie Rechtsanwalt und Steuerberater gefragt. Ihre Aufgabe ist es, den Sponsorenvertrag juristisch „so wasserdicht zu machen“, dass beide Seiten ihren jeweils eigenen Vorteil haben. Auf sponsormyclub.de wird den Vereinen eine Registrierung angeboten, ebenso wie die Möglichkeit, ein E-Book herunterzuladen. Darin wird näher darauf eingegangen und vorgestellt, welche Möglichkeiten der Verein nutzen kann, um seine finanzielle Situation über ein Sponsoring dauerhaft sowie nachhaltig zu verbessern.

Mindest- und Kerninhalte der Vereinssatzung
Die nachstehende Reihenfolge der Pflichtinhalte ist nicht zwingend vorgegeben, wird jedoch in den meisten Fällen so eingehalten.

  • Präambel mit Ort und Datum der Vereinsgründung
  • Vereinsname, Vereinssitz und Geschäftsjahr
  • Vereinszweck, Vereinsziele, Vereinsaufgaben
  • Steuerbegünstigung als gemeinnütziger e.V.
  • Zugehörigkeit zu einem Spitzenverband sowie zu Fachverbänden wie Landes-, Stadt- oder Kreissportbund
  • Vereinsmitglieder mit Rechten und Pflichten
  • Vereinsorgane wie Mitgliederversammlung, Vorstand, Ausschüsse und Gremien
  • Einzelheiten zur Mitgliederversammlung
  • Einzelheiten zum Vorstand sowie zu Ausschüssen und Gremien
  • Satzungs- und Ordnungsänderungen mit den jeweiligen Stimmenmehrheiten
  • Vereinsauflösung

Abhängig von der Größe des Vereins mit seinen Mitgliedern, seinem Beitragsvolumen und seinen Aktivitäten wird diese „Rumpfsatzung“ im Laufe der Jahre bedarfsweise ergänzt und aktualisiert. So braucht der Verein auf jeden Fall zwei oder drei Kassenprüfer, und spätestens nach den ersten vereinsinternen Streitigkeiten auch ein „unabhängiges Rechtsorgan“ wie das Vereinsgericht mit einem Vorsitzenden und mehreren Beisitzern. Im Gründungsstadium des Vereins sollte die Vereinssatzung auch wegen einer zügigen, problemlosen Eintragung beim Amtsgericht recht einfach gehalten sein. Im Vordergrund steht das Bestreben, dass der Breitensportverein möglichst schnell registriert, also eingetragen, und darüber hinaus als gemeinnützig anerkannt wird. Erst dann, aber auch sofort dann kann damit begonnen werden, Sponsoren zu akquirieren.

Um Sponsoren zu finden gibt es viele Wege und Möglichkeiten. Einige davon beschreiben wir in unseren Artikel „Sponsoren finden und gewinnen“. Außerdem könnt ihr euch unter www.sponsormyclub.de für den Start des ersten sozialen Marktplatzes für den Sport registrieren. Auf unserer Plattform bringen wir den Sport mit der lokalen Wirtschaft und privaten Unterstützer zusammen und sammeln Geld für Sportprojekte aus allen Sportarten.

Jetzt beginnt der Verein aktiv zu werden und zu leben!

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